Willkommen auf meinem Blog

Hier findet ihr Neuigkeiten und meine Gedanken zu den Themen Motorsport, Simracing und Do It Yourself.

Veröffentlicht am: 17.06.2020

 

Wird Simracing den Motorsport ersetzen?

Lesedauer gemütlich: 8 Minuten

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Am Simulator bin ich in der Vergangenheit eigentlich hauptsächlich zu Trainingszwecken gesessen. Meistens um neue Strecken kennenzulernen. Selten habe ich dort richtige Online Rennen bestritten. Als COVID-19 kam und nach einiger Zeit absehbar war, dass so schnell keine Rennen mehr stattfinden werden, da wurde das Thema Simracing plötzlich populär. Statt Porsche Supercup, Porsche Esports Supercup (okay, den gab´s vorher schon), statt der NLS, die DNLS, Blancpain, selbst das GT Masters und der WTCR fährt jetzt online. Und die Jungs aus der F1 spielen jetzt regelmäßig F1 2019. Oder wars F1 2020? Egal, letzteres hat eigentlich eh nix mit Simracing zu tun. Aber krass wie das alles an Aufmerksamkeit gewonnen hat. Oliver Martini und Patrick Simon kommentieren live und tausende Menschen sehen zu. Aber kann Simracing den echten Motorsport ersetzen? 
 
Für mich wurde durch Corona jegliche Chance in diesem Jahr konstant in einem Cockpit zu sitzen mehr oder weniger zur Nichte gemacht (haha, sorry das musste sein, #hirnfurz). Somit fasste ich für mich den Entschluss mich dem Simracing intensiver zu widmen. Und da muss ich jetzt schon ehrlich zugeben. Simracing hats wirklich in sich und macht eine Menge Spaß. Mit dem Provider iRacing ist man wohl am besten ausgerüstet, kein Wunder wird es auch in den meisten offiziellen Rennen und Meisterschaften genutzt. Diese Simulation bietet ein internes Ranking-System, was einen in den meisten Fällen mit gleichgesinnten unbegabten Simracern zusammenwirft, so erhält man eine sehr gute Leistungsdichte. Stellt man sich gut an, geht´s Schritt für Schritt zu den Gruppen mit den begabteren Jungs. Dies Gruppen nennen sich Splits. Im Top Split fährt dann vielleicht auch Lando Norris oder Max Verstappen. Letzterer weigert sich ja mit seinen Fahrerkollegen F1 zu spielen.
 
Wenn ich in meinem Split das Quali über 2 Runden beendet habe, geht´s in "meiner" Serie in ein 40 Minuten langes Rennen. Dabei muss man sogar einmal an die Box kommen und "nachtanken". Jap, wirklich nachtanken. Die Simulation arbeitet im Hintergrund fleißig mit und versucht so viel Realismus wie möglich ins Spiel zu bringen. Schon echt geil, wenn man das so sagen darf. Ein paar "Undercuts" sind mir schon gelungen und dieses strategische Element macht das ganze Erlebnis noch intensiver. Als wär es das nicht schon längst. Nach zwei Rennen brauche ich eine frische Unterhose, denn ich bin komplett nassgeschwitzt. Gut, das liegt vielleicht auch daran, dass mein "Sim" direkt unter dem Dach der Maisonette Wohnung steht. An diesen Teamlangstreckenevents hatte ich bisher aber noch nicht teilgenommen, sie allerdings im Stream verfolgt.
 
Auf der Nordschleife wird das Ganze wirklich interessant. Man verfolgt die Zweikämpfe über die gesamte Strecke. Es ergeben sich bisher ungeahnte Möglichkeiten in Bezug auf Kameraperspektiven. Die Simulation macht´s möglich. Ich verfolge die Spitzengruppe, wie sie sich durch die Fuchsröhre schlängelt und gemeinsam durchs Karussell rollt. Später beginnen die Windschattenduelle auf der Döttinger Höhe, alles wie in echt und sehr diszipliniert. Philipp Eng, Edoardo Mortara, die Namen hatte ich mal wo gehört. Plötzlich knallts im Tiergarten und ein Auto fliegt mit vermutlich weit über 100 Sachen in die Leitplanke. Was passiert jetzt? Code 60? Nein, das Auto fährt weiter, langsam, aber es fährt. Mit verbogenem Heckflügel geht´s in die Boxengasse. Irgendwie hab ich jetzt TV Bilder vom Kommandostand erwartet. Wo ist eigentlich die Boxencrew? Gibt´s eine Liveschaltung hinunter in die Box? Achso, nein, wie denn auch. Stattdessen wird das Fahrzeug in der Workinglane wie von Zauberhand angehoben und fährt nach einiger Zeit wieder aus der Box. Ein sogenannter "Fast Repair" verkürzt die Reperaturzeit von sonst vermutlich mehreren Tagen, von "game over" keine Spur. Okay, so einen Fast Repair hat jedes Team in einem solchen Rennen nur einmal, aber trotzdem wirds etwas holzig. Als Fahrer bist natürlich froh :D.
 
Ich schaue das Rennen fertig, oder doch nicht. Nein, ich gehe nach oben und bestreite an meinem Rig selbst ein bis zwei Rennen. Denn das ist natürlich das tolle am Simracing. Lust zu fahren? Reinsetzen und los geht´s. Und am Ende ist das auch das Thema, denn Simracing ist in meinen Augen hauptsächlich fahrerorientiert. Man kann jederzeit loslegen und die Rennen können trozdem unglaublich fordernd sein und machen eine Menge Spaß. Dazu kommt natürlich, dass es kein finanzielles Risiko gibt. Schon recht praktisch. Ich stehe am Start, irgendwie fehlt mir was. Keine Zuschauer die den Grid besuchen, keine letzten Wortwechsel mit meinem Ingenieur, kein 5 Minuten Board, irgendwie kein Flair. Spannung ist dennoch da und sobald die Lichter auf Grün schalten, bin ich für 40 Minuten voll konzentriert und im Tunnel. Das Feeling liebe ich schon. Aber spätestens nach dem Rennen merkt man, dass doch irgendwas fehlt. Keine richtige Auslaufrunde, kein Streckenposten die einem winken. Naja, ich steige aus und hol mir ein Bier (ähh was? Alkohol als Rennfahrer. Nein, das war natürlich alkoholfrei).
 
Die Dinge, die den Motorsport wirklich ausmachen, die fehlen hier. Die Fans, die Teams, der Lärm, der Gestank, die Emotionen, das Zittern und Hoffen, dass die verdammte Kiste hält, weil man alles nur noch mit Panzertape zusammengeklebt hat. Die gemeinsame Zeit im Fahrerlager mit den Leuten die den gleichen Vogel haben wie man selbst, die kann einem kein Simulator der Welt ersetzen.
 
Ich persönlich freue mich wieder darauf ein echtes Rennen zu bestreiten, ein Rennwochenende zu erleben, auf einer Rennstrecke meine Spuren zu hinterlassen. Zur Frage, kann oder wird das Simracing den Motorsport ersetzen? Nein, niemals. Der Motorsport wird sich verändern, das hätter er aber auch ohne der Krise getan, vielleicht geht´s jetzt einfach ein bisschen schneller. Doch es wird immer die mit dem Nagel im Kopf geben, die genau diesen Sport ausüben wollen. Ob aus Sicht des Teamchefs, des Teams, der Pitcrew, der Fahrer oder ob aus sicht der Fans. Diese Leidenschaft kann uns niemand nehmen.
 
Simracing gibt mir trotztdem sehr viel. Es macht unglaublich viel Spaß, es ist eine tolle Möglichkeit sich mit anderen zu messen und das ein oder andere lässt sich auch in der Realität umsetzen. Simracing ist definitiv ernst zu nehmen und wenn man es nach ganz oben schaffen will muss man viel Zeit investieren. Simracing ist E-Sports pur und bringt einen vor allem auf der Konzentrastionsseite manchmal an seine Grenzen. Für mich ist es in jedem Fall ein toller Zeitvertreib und deshalb möchte ich euch dazu animieren es auch mal auszuprobieren. Nicht als Ersatz für den Motorsport sondern als ZUSATZ.
 
Und vielleicht sehen wir uns ja mal in der "Front-Row".
 
euer Lukas.
 
P.S: Achja, da war noch was. Die Schleichwerbung. Also wenn ihr Bock habt, dann schaut doch sehr gerne Mal auf Youtube bei meinem Kanal 42SimStudio vorbei. Dort geht´s nämlich um, na, könnt ihr es erraten? Genau, Simracing.
 
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Veröffentlicht am: 20.05.2020

 

Einen Sim-Rig selber bauen? Mein erstes do-it-yourself Projekt.

Lesedauer gemütlich: 4 Minuten

 

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Nachdem das Thema Simracing in den letzen Wochen ja förmlich explodiert ist, habe ich mich auch wieder mehr damit auseinader gesetzt. Davon abgehalten, mich öfters in den Simulator zu setzen, hat mich vor allem mein etwas in die Jahre gekommener Simrig.
 
Ich kann mich noch erinnern als ich damals in meiner Wohnung in Wien mit einem Playseat Challenge zurecht gekommen bin. Ich hatte nicht viel Platz, da war dieser campingstuhlartige Sitz wirklich praktisch, allerdings nicht sehr stabil. Deshalb habe ich mich nach einiger Zeit dafür entschlossen, dass es etwas neues braucht. Die tollen Simrigs aus Aluminium waren mir allerdings zu teuer und deshalb entschied ich mir das Gestell selbst zu bauen. Daran, das alles zu planen und selbst mit Aluprofilen zu machen, dachte ich nicht. Deshalb entschied ich mich, wie wahrscheinlich viele die das selbst machen, für Holz. Also stand einige Wochen später mein Holzrig fertig in meinem Wohnzimmer.
 
Dieser hat auf jeden Fall seinen Zweck erfüllt, auch wenn es immer etwas umständlich war so tief am Boden zu sitzen. Dann stand er einige Zeit ungenutzt und ich bin nur selten drin gesessen. Aber in den vergangenen Wochen wurde das ganze wieder intensiver und langsam begann sich das Rig zu bewegen. Bei starkem Bremsen und Lenken gab es richtig laute Geräusche von sich und ich wusste, es ist an der Zeit den nächsten Schritt zu gehen. Die Dinge selber zu bauen macht mir wirklich Spaß und im Moment herrscht ein absoluter Alu-Rig Mangel am Simracing Markt. Nachdem aufgrund der unglaublichen Flexibilität aber nur ein Gestell mit Alu Profilen in Frage kam, war der Entschluss zum Eigenbau schnell getroffen.
 
Also an den PC gesetzt und die Maße meines alten Rigs genutzt, bisschen im Netz umgesehen was es sonst noch so gibt, Dinge optimiert und abgeändert. Irgendwann stand dann der Entwurf. Danach ging es noch an die Bestellung. Alle Zuschnitte selbst eingetragen, dazu kommen natürlich Winkel, Schrauben und Nutensteine. Schussendlich gab ich eine relativ umfangreiche Bestellung mit über 20 Positionen auf. Die Lieferzeit war aufgrund von COVID-19 natürlich nicht rekordverdächtig, aber als die Pakete endlich bei mir ankamen lief mir beinahe das Wasser im Mund zusammen.
 
Einen ganzen Tag verbrachte ich mit dem Aufbau meines eigenen DoItYourself Simrigs. Das Ergebnis kann sich nun wirklich sehen lassen denk ich. Auf jeden Fall ist das Ding super stabil, es bewegt sich wirklich nichts. Das ist gut, denn wenn irgendwann der Moment kommt und ich auf bessere Pedale und eine Direct Drive Wheelbase umsteige, dann ist das Rig dafür bereit. Neben dem Aufbau, hat auch das Planen extrem viel Spaß gemacht und unterm Strich war es um einiges günstiger als vergleichbare Alurigs von namhaften Herstellern.
 
Wenn ihr also auch überlegt, euch sowas selbst zu bauen, dann will ich euch hiermit die Angst nehmen. Natürlich steckt man viel Arbeit hinein, daber das Ergebnis ist es wert. 
 
Also ihr Fleißigen,
 
ab ans Planen,
 
euer Lukas
 
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Veröffentlicht am: 05.05.2020

 

Den Motorsport zum Beruf machen?

Lesedauer gemütlich: 4 Minuten

 

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Lange war es still hier auf der Website. Vieles hat sich in den vergangenen Monaten geändert. Dass ich mittlerweile Vollzeit als Instruktor arbeite verdanke ich vor allem meinem Engagement im Rennsport in den letzten Jahren und einigen treuen Unterstützern.

Und deshalb bin ich überaus glücklich sagen zu können: "Ich hab´s geschafft".

 

Aber fangen wir ein paar Monate früher an:

 

Die letzte Saison war wirklich eine sehr Intensive und sicher die Ereignisreichste bisher. Neben meiner Teilnahme an der ADAC TCR Germany bestritt ich mehrere Läufe im Tourenwagen auf der Nordschleife. Nachdem ich letztes Jahr nach vorzeitigem Ausstieg in der Meisterschaft der ADAC TCR Germany den 10. Platz belegen konnte war für mich ein Ziel erreicht, dass ich mir 3 Jahre zuvor gesetzt hatte. Die Kosten um auf diesem Niveau Rennsport zu betreiben steigen leider immer weiter an, deshalb muss man sich immer wieder die Sinnfrage stellen.

 

An diesem Punkt bin ich auch extrem glücklich darüber, die letzten Jahre so professionellen Rennsport ausgeübt haben zu dürfen. Nachdem ich das Rennfahren nicht aus eigener Tasche finanzieren kann, bin ich natürlich auf Sponsoren angewiesen. Sponsoren und Partner, denen ich unglaublich dankbar für die letzten Saisonen bin. Doch dann zeichnete sich ein Rückgang im Budget ab, Sponsoren für den Motorsport zu begeistern wird eben immer schwieriger.

 

Neben dem Rennsport arbeitete ich mittlerweile selbständig als Instruktor für Rennstreckentrainings und hatte somit mein Hobby auch zum Beruf gemacht. Dem Instruktorjob gehe ich nun in Vollzeit im neuen Porsche Experience Center am Hockenheimring nach. Meinen Traum, vom Motorsport leben zu können, konnte ich mir somit erfüllen. Wege um wieder ins Cockpit zu steigen werde ich aber nach wie vor suchen und finden.

 

Für eure Motivation ein paar zusätzliche Worte:


Ohne der tatkräftigen Unterstützung von Menschen, denen ich unglaublich dankbar bin, wäre diese Entwicklung schwer möglich gewesen. Jemanden zu haben der einen unterstützt ist absolut in Ordnung, wir brauchen alle unsere Unterstützer und Weggefährten, Menschen die an uns glauben. Aber bevor wir jemanden finden der an uns glaubt, müssen wir erst an uns selbst glauben. Ich denke, das ist die größte Herausforderung. Daran zu glauben, dass man es schaffen kann, diesen Traum zu erfüllen, dieses Ziel zu erreichen. Wer diese Herausforderung meistert, hat den ersten Schritt geschafft. Also traut euch zu träumen und beginnt euch Ziele zu setzen. Setzt euch neben den großen Zielen aber auch Kleinere. Ziele die schnell erreichbar sind, helfen euch die Motivation hoch zu halten und ihr entwickelt euch quasi von ganz alleine weiter.
 

Verliert aber das große Ziel nicht aus den Augen und seid diszipliniert. Disziplin ist der Schlüssel. Nur durch konsequentes Handeln für die eine Sache, könnt ihr euren Traum erfüllen. Eines muss euch klar sein, je größer das Ziel, desto härter müsst ihr daran arbeiten. Aber durch das Erreichen von Meilensteinen auf eurem Weg beginnt euch das harte Arbeiten Spaß zu machen und diesen Weg zu gehen beginnt euch zu erfüllen. Ab diesem Zeitpunkt habt ihr es eigentlich schon geschafft, denn wenn euch das Verfolgen des Ziels schon erfüllt, seid ihr glücklich und darum geht's doch eigentlich oder?
 

Seid stolz auf euch, jeden Tag an dem ihr daran arbeitet und seid euch selbst dankbar, für die Motivation die ihr aufbringt. Und eines Tages könnt ihr zu euch selbst sagen: "Ich hab's geschafft!".

 

Also ihr Fleißigen,

 

dream BIG. work HARD.

 

euer Lukas

 

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